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2017 im Werbefieber


Peter IV. und Carolin I. regieren

Das Geheimnis ist gelüftet.

Das Geheimnis ist gelüftet: Das neue Prinzenpaar des OKACLU für die Kampagne 2016/2017 sind Peter IV. und ihre Lieblichkeit Prinzessin Carolin I. Die Regenten der kommenden Kampagne sind bei den Untertanen wohlbekannt und lassen die kühnsten Erwartungen in Ober-Abtsteinach wachsen.
Peter IV., mit bürgerlichem Namen Peter Kahlig jun., trägt den Beinamen „Münzmeister von der Steinachquelle zum Peterschhof“, eine Hommage an seinen Zivilberuf als Resortleiter der Volksbank Weinheim für Gewerbekunden und freie Berufe. Prinzessin Carolin I., Carolin Wetzel, ist Lehrerin. Der Prinz ist unter den Narren besonders als Mitglied des OKACLU-Männerballetts bekannt, das seit Jahren zu den festen Programmpunkten der Prunksitzungen gehört. Ihre Lieblichkeit Carolin I. spielt in der KKM Ober-Abtsteinach die Querflöte.
Am frühen Abend des 11.11. füllte sich der Innenhof der Weinstube „Gude Drobbe“, wo OKACLU-Präsident Sven Tietze das Komitee in Galauniform, die Prinzengarde und allerlei Fatzvögel der Ober-Abtsteinacher Fastnacht begrüßen konnte. Ein besonderes Willkommen galt dem scheidenden Prinzenpaar Florian I. und Helene I., dem Ehrenpräsidenten Hanspeter Gärtner und Abtsteinachs Bürgermeister und Komiteemitglied Rolf Reinhard.
Lange hatte man diesen Tag herbeigesehnt, mit dem in der Hardberg-Gemeinde wieder die fünfte Jahreszeit beginnt. In seiner Begrüßungsansprache lobte Tietze vor allen Dingen noch einmal das scheidende Prinzenpaar, das „den Verein glänzend präsentiert hat“. Ein großes Blumengebinde und ein edler Malt-Whisky waren äußere Zeichen des Dankes.

Erfolgreiche Suche

Man habe sich nicht im Festsaal getroffen, denn ein Prinzenpaar sei nicht gefunden worden, sagte Präsident Sven Tietze zu Beginn der Feier. So fragte er die noch Amtierenden nach ihrer Bereitschaft, eventuell ein weiteres Jahr im Amt zu bleiben. Ratlosigkeit machte sich breit, bis Vizepräsident Dr. Bernd Disam die Initiative ergriff und alle aufforderte, mit durch den Ort zu gehen, um ein Prinzenpaar zu finden. Als der Tross Torsten Oberle sah, dachte jeder, am Ziel zu sein, doch dieser lehnte vehement ab. Das Komitee beschloss, ins Rathaus zu gehen. Doch auch Bürgermeister Reinhard lehnte das Angebot zum Prinzenamt ab.
Die Untertanen aber drängten auf eine Entscheidung. Kurzerhand schickten Präsident und Vizepräsident die drei Komiteemitglieder, die bislang das Prinzenamt noch nicht innehatten, zur „Konklave“ ins Café Krapp. „Einigt euch, einer von euch könnte unser neuer Prinz werden“, forderte sie Tietze auf. Im Ballsaal des Cafés aber fanden die drei zu ihrer Überraschung ein maskiertes Paar, offensichtlich zu Frohsinn und Narretei bereit. Die Lösung schien sich abzuzeichnen. Komitee und Prinzengarde nahm das mysteriöse Pärchen ins Schlepptau und führten es zum Gude Drobbe.
Hofmusikant Theo Kohl erwartete hier schon die Narren. Der erste Narhalla-Marsch der neuen Kampagne erklang, die Narren sangen, schunkelten und erwarteten mit Spannung die Demaskierung. Mit großem Jubel ließen die Untertanen Prinz Peter und an seiner Seite ihre Lieblichkeit Prinzessin Carolin zum ersten Mal hoch leben. Noch einmal gab sich das scheidende Prinzenpaar die Ehre und überreichten, feierlich die närrischen Insignien, Mäntel, Zepter, Amtskette und Prinzenkappe. Die Narrenhochburg Ober-Abtsteinach hat endlich ein neues Prinzenpaar, die Kampagne kann beginnen.

Höhepunkte der Kampagne

Dem neuen Prinzenpaar stehen große Ereignisse bevor. In seinen sieben Prunksitzungen begibt sich der OKACLU in diesem Jahr in die Welt der Werbung und Promotion. Das Sitzungsmotto „Der OKACLU im Werbefieber“ lässt dabei einiges erwarten. Die Prunksitzungen 2017 finden am 13. und 14., am 21., 22. und 23. sowie am 26. und 27. Januar im Jugendheim statt. Nächster närrischer Event ist dann die traditionelle Prinzeneinholung, bei der Prinz Peter IV. von seiner Privatresidenz zur Ritterschänke geleitet wird, wo er zur närrischen Hofhaltung eine Woche vor Fastnacht lädt. Höhepunkt wird dann die „Boa Narhalla“ sein, der große Fastnachtsumzug des OKACLU, bei dem das Prinzenpaar das Bad in der närrischen Menge genießen kann.

2000 Besucher im Bann der Werbung

Als sich der Vorhang öffnet, zeigt sich eine Bühne mit vielen überdimensionalen Produkten, mit viel Liebe und geschickter Handarbeit gefertigt. Im Zentrum steht ein riesiges TV-Gerät, entstanden in der Werkstatt der Schreinerei Jöst in Siedelsbrunn, auf dessen Bildschirm, einer Leinwand, Werbespots der vergangenen Jahrzehnte eingespielt werden und die Besucher emotional einstimmten. Nach den bewegten Leinwandbildern werden die Werbeszenen live gespielt und getanzt.
Prinzessin Caroline selbst mit ihren Begleiterinnen präsentieren Cola als Kultgetränk, ein knackiges Männerballett mit Prinz Peter zeigt die neueste Jeansmode, eine ebenso farbenfrohe wie anmutige Choreographie umschreibt eine Fast-Food-Kette, Damen vom Jet-Set demons trieren zuverlässiges Haarspray.

Werbung steht im Mittelpunkt

Schließlich steht der OKACLU selbst im Mittelpunkt der Werbung. „We will rock you“, erklingt kultig – und alle Facetten der Stonischer Narre- tei kommen zur Sprache. Zum Ende des von Jörn Brabez inszenierten Er- öffnungss pektakels, das dem Motto des Abends mehr als gerecht wird, zieht das Prinzenpaar mit vielen Protagonisten des Abends durch den Saal ein. Es erklingt das Mottolied 2017: „Die Werbung schafft’s“. Präsident Sven Tietze begrüßt die Gäste in der Werbewelt und stellt das Prinzenpaar vor: Prinz Peter IV. „Münzmeister von der Steinachquelle zum Peterschhof“ und seine Prinzessin Carolin I. Ein erstauntes Raunen geht durch das Publikum, als sich die Leinwand im TV-Gerät aufwickelt und ein Thron erscheint, auf dem Prinz und Prinzessin Platz nehmen und das Geschehen aus gebührend er Höhe verfolgen.
Die erste Beifallsrakete des Abends geht einmal mehr an den Odenwäld er Karl, alias Karl Berbner, ein alter Hase in der Narrenbütt, der es in jedem Jahr versteht, die Lachmuskeln seines Publikums zu wecken. Spätestens nach dem WM-Schlachtruf der Isländer, den er mit dem Publikum erschallen lässt, hat er seine Zuhörer „im Griff“. Karl besticht mit Geschichten aus dem Alltag. So berichtet er, er mache jetzt konseque nte Trennkost: Seine Frau esse in der Küche und er im Wohnzimmer.

Döner macht schöner

Eine stonische r Geschichte, hat es der Gruppe Schmink’n Go angetan. Gekonnt und ideenreich inszeniert, bedauern sie in einem gekonnten Rap die Schließung der letzten Stonischer Metzgerei. Plötzlich entpuppen sich die Damen als Dönerverkäufer – eine Hommag e an die neue „Döner-Ecke“, die anstelle der Metzgerei ihren Platz gefunden hat. Einen Trost freilich haben die Damen: Döner macht schöner! Sternsingen als Sozialstunden: Sketch-Comedy vom Feinsten demonstriert Otto Rettig mit seinem Team. Der Autor und Regisseur ist in diesem Jahr als Küster mit den Sternsingern unterwegs. Einziger Haken: die drei waren mit dem Gesetz in Konflikt geraten und mussten als Sternsinger Sozialstunden leisten. Dass dabei so manches Ereignis auf ganz besondere Art interpretiert wird und auch vor der Rathaustür kein Halt macht, ist längst ein Markenz eichen der Sketchtruppe.
Als fesche Bananenverkäuferinnen bringen die OKACLU Dreamgirls einen Showtanz mit. Bei südamerikanischen Klängen und Rhythmen, umgesetzt in geschmackvollen Kostümen, lassen sie nicht nur die Männerherzen höher schlagen. Stammtischphilosophie und Musikcomedy Witz, Kritik und Satire, drei Formen, die sich die Stammtischbrüder seit Jahren auf ihre Fahnen schreiben können. In einem ebenso sinnigen wie unsinnigen Dreiergespräch beleuchten sie so manches Ereignis. Dabei wurde es mitunter pseudo-philosophisch. Nach den zwei Gründen gefragt, warum denn Männer Alkohol trinken, kommt die Antwort schnell: entweder sie haben eine Frau oder sie haben keine Frau.

Einer, der nie die Sonne sah

Komödiantische Kleinkunst in perfekter, auch musikalischer Umsetzung zeigen die Brüder Max und Julius Hintenlang. Eigentlich sollten sie zur Eröffnung der neuen Elb-Philharmonie auftreten doch schienen die Unterschiede in der Interpretation von Liedern, Schlagern und deren Texte bei den beiden zu verschieden. Max, der feine und makellose Moderator trifft auf Julius, den begnadeten Musiker, der allerdings kritisch, herb und derb agiert. Dabei stellen sie fest, dass die Sangeskultur vom Fußball profitiert und dass „El Lute“ letztlich ein „beschissenes“ Leben führte – sah er doch nie die Sonne.
Max und Julius sind auch in diesem Jahr wieder ein Höhepunkt der Sitzungen, die kein Auge trocken lassen und die Lachmuskeln gehörig strapazieren. Schon im ersten Sitzungsteil folgt eine Beifallsrakete auf die andere, sind immer wieder Zugabe-Rufe zu hören, ist die Stimmung im Saal stets am Siedepunkt. The Bob and the Bob strapazieren die Lachmuskeln Im traditionellen Sketch nach der Pause spielte das OKACLU-Komitee sein ganzes närrisches Können aus. Aus der Feder von Sebastian Trenkwald und Otto Rettig und unter deren Regie stammte ein gleichermaßen skurriles und buntes wie auch originelles Drehbuch. Die Tochter des großen Werbemoguls, gleichzeitig Prinzessin des OKACLU, wird mit ihrem Prinzgemahl entführt. Letzte Rettung soll das Geschwisterpaar Twix bringen, das sich im Zeichen der Entführung ihrer Schwester wieder vereint.
Die Lage spitzt sich zu, als Götterbote Hermes, die Forderungen der Entführer verliest. Die Twix-Brüder machen sich auf die Suche und durchstreifen dabei alle Länder und Kontinente der Welt. In Hessen lernen sie das Kultgetränk „Äppelwoi“ kennen, im Wald treffen sie derbe Holzfäller und in Italien kocht Mama Maria Pasta für sie. Keiner aber weiß etwas über den Verbleib des Prinzenpaares. Satt und müde legen sich die Twix-Brüder schlafen, das Sandmännchen bestreut sie mit Traumpulver, das seine Wirkung nicht verfehlt.
Derweil bahnt sich auf der Bühne eine Liaison zwischen Meister Propper und dem Weißen Riesen an. Das wutentbrannte HB-Männchen geht in die Luft und öffnet den Blick auf das entführte Prinzenpaar, das gefesselt im Bann des Teufels ist. Entschlossen und tatkräftig schlagen die Twix-Brüder zu und befreien die Gefangenen, alles kommt zu einem Happy End.
Erzähler Sven Tietze schlug Brücken zwischen den einzelnen Szenen, kommentierte das Geschehen auf der Bühne und gab der skurrilen Geschichte einen spannenden Rahmen. Mit berechtigtem Stolz kündete Tietze den Einmarsch der Prinzengarde an. Der weibliche OKACLU-Nachwuchs, alles künftige Prinzessinnen, ließ die Herzen der Besucher höher schlagen. In einer flotten wie anspruchsvollen Choreographie zauberten die Mädels in ihrer schmucken Gardeuniform einen Marsch auf die Showbühne, der alle im Saal elektrisierte.

Verkaufssender im Narrenfokus

Nach dem Auftritt der Stonischer Originale Stefan Arnold, alias Phillip, und Bernd Oberle, alias Sepp, stand das Publikum im Saal Kopf. Die beiden Urgesteine des OKACLU sorgten mit ihren ganz speziellen Songs einmal mehr für beste Stimmung. Im Lied von der „Grüneboam-Liss“ kamen stonischer Honorationen früherer Jahre zu Wort. Als liebevolles und unverzichtbares Möbelstück beschrieb der zweite Song das alte Kanapee.
Am Ende hielt es keinen mehr auf seinem Platz. Alle verlangten als Zugabe nach dem Kultsong der Stimmungsmacher „No, no, no, mer gehn net hoam!“ und der ganze Saal stimmte lautstark mit ein. Ein absoluter Höhepunkt der Prunksitzungen 2017 war die Nummer von Sebastian Trenkwald und Jörn Brabez. Als Protagonisten des TV-Shops „QVC“ präsentierten sie „Universial Produkts“ der besonderen Art. Originalität, perfekte Mimik und beste Werbesprache in „Anglo-Deutsch“, Produkte des „Erfinders“ Jörn Brabez, angepriesen als Problemlöser des Alltags, mit der jeweiligen Gebrauchsanweisung als Video-Clip eingespielt, zeichneten den Sketch aus, der das Publikum im Saal zu Lachkrämpfen und tosenden Jubel brachten.
Fastnacht und Narretei beim OKACLU und Michel Trenkwald als Altmeister aller Genres sind seit vielen Jahren ein untrennbare Einheit. In diesem Jahr kam er als Bierkutscher und Getränkelieferant auf die Bühne. Während er auf die Lieferbestätigung wartete, nutzte er die Zeit für einen Vortrag voller Witz und Esprit. Der letzte Programmpunkt einer bunten und kurzweiligen Prunksitzung blieb dem OKACLU-Show-Ballett vorbehalten. In origineller Choreographie und mit ausdrucksvollen Kostümen setzten die Tänzerinnen die Kultsongs und Evergreens von ABBA ausdrucksvoll und doch scheinbar spielerisch um. Das Show-Ballett des OKACLU war einmal mehr Balsam für Auge, Herz und Seele.
Zum großen Finale kamen noch einmal alle Protagonisten des närrischen Showprogramms auf die Bühne, begleitet von nicht enden wollendem Beifall der Besucher im Saal , die sich längst geschlossen von ihren Plätzen erhoben hatten. Nach dem Mottolied der Kampagne intonierten die Akteure „Ein Hoch dem Stonischer Karneval“ mit einem glänzenden Solo des jungen Julius Hintenlang. Am Ende stimmten nochmals alle im Saal lautstark mit ein als die Textzeile erklang: „Ja wo ist es denn am schönsten, dort, wo Alt und Jung vereint – so wie hier bei uns in Stonisch. Das ist echte Narretei!“

89 Akteure sind auf der Bühne

Über allen sieben Sitzungen des OKACLU in Ober-Abtsteinach wachen die närrischen Augen des Prinzenpaares: Peter IV. „Münzmeister von der Steinachquelle zum Peterschhof“ und seine Prinzessin Carolin I. Insgesamt waren bei den Prunksitzungen 2017 89 Akteure und Tänzer auf der Showbühne.













Abtsteinach ist nun „närrischer Zollbezirk“

Stopp! „Dieses Gebiet ist zum närrischen Zollbezirk erklärt“ – ohne eine kleine Mautgebühr darf kein Autofahrer an der Prinzengarde vorbei. Die hübschen Mädels in ihren rot-weißen Uniformen haben die Musik vor der Burgschänke voll aufgedreht, stehen mitten auf der Straße, lachen und haben Spaß: ein dreifach donnerndes „Helau“ auf den Prinzen. Peter IV. Münzmeister von der Steinachquelle zum Petershof – Prinz des Ober-Abtsteinacher Karnevalclubs OKACLU – ist eingeholt.
Und damit das auch jeder in „Steinacha superior“ und „Steinacha inferior“ sowie der ganzen Region mitbekommt, läuft die Hofkapelle unter Leitung von Stefan Wetzel, die außerhalb der Narrenzeit unter dem Namen KKM bekannt ist, gemeinsam mit Hofarchivar Dr. Bernd Disam und Ritter Claudius Disam vom Burghof dem närrischen Umzug voraus. So machen sie mit ihren bunten Klängen die Bevölkerung aufmerksam. Sie werden dicht gefolgt von der Prinzengarde und einem „rota tres“ – Dreirad – das den Titel „Prinzenrolle“ trägt. Denn auf ihm sitzt unverkennbar mit rotem Umhang Prinz Peter IV.
Natürlich dürfen auch der Hohe Rat in Gelb und Ihre Lieblichkeit Prinzessin Carolin I. nicht fehlen, die – bekleidet mit VFB-Stuttgart-Trikot – mit den anderen Fatzvögeln und Narren, aber auch begeisterten bürgerlichen Fastnachtern von der Prinzenresidenz in der „strada Hardberga“ zum Gasthaus „Goldener Bock“ ziehen. Die Bürger am Straßenrand winken eifrig zu, an einigen Häusern wehen sogar schon die Fahnen in rot, weiß, blau und gelb – den Farben des OKACLU.

Einladung zum „Gelage“

Ein erster Umtrunk, begleitet von der Musik der Hofkapelle, umrahmt den lustigen Umzug, der sogleich zum eigentlichen Ziel, der Burgschänke von Ritter Wolfgang – dem Café Staier –, weiterzieht. Hier lädt Prinz Peter nach Geschunkel, Gesang und „Helau“-Rufen die komplette Narrenschar zum „Gelage“ ein.
Seine Exzellenz, Präsident Sven Tietze, begrüßt die etwa 100 Narren – besonders das zweite Prinzenpaar des OKACLU aus dem Jahr 1955 und gleichzeitig Großeltern der Prinzessin, Irmfried und Heinz I., Ehrenpräsident Hans-Peter Gärtner sowie Ehrenkomiteemitglied Bürgermeister Rolf Reinhard. Traditionell gibt es Kartoffelwurst mit Brot und Gurken – nicht aber, bevor die Giftprobe unternomm en wurde. Vorkoster Ritter Stefan Arnold kennt keine Angst, probiert und stellt fest, dass das Essen genießbar und frei von toxischen Zutaten ist.
Traditionell darf bei der Prinzeneinholung auch nicht die Rede von Hofarchivar Bernd Disam fehlen. Acht DIN-A-4-Seiten hat er vorbereitet, um im mittelalterlichen Stil die Narren zu unterhalten und dem Prinzenpaar „allerhöchst Lob zu erzeuchen“. Er blickte zurück auf die bisherige Kampagne, die sieben Sitzungen mit über 2200 Besuchern, stellte das Prinzenpaar vor – „nach der Demaskierung kannte der Jubel keine Grenzen“ und griff währenddessen immer wieder zum Glas, um mit einem „Prosit“ auf den OKACLU anzustoßen: Jetzt kann der Höhepunkt der Fastnachtskampagne, der große Festumzug „Boa Narhalla“, kommen.

Abtsteinach im Ausnahmezustand

Tausende Besucher wollten wieder die „Boa Narhalla“ sehen. Während die Narren und Zugprotagonisten die Szenerie rockten, verwandelten schunkelnde, singende und tanzende Menschen am Straßenrand die Hardberggemeinde in ein einziges großes närrisches Meer.
Der traditionelle Fastnachtsumzug des OKACLU gehört in der fünften Jahreszeit zu den Top-Events der ganzen Region. Die Zuschauer standen an machen Stellen so dicht gedrängt, dass die Boa Narhalla nur langsam vorankam. 47 Zugnummern, darunter 16 Motivwagen und vier Musikkapellen, bekamen die Zuschauer zu sehen. Abordnungen, Wagen und Gruppen befreundeter Fastnachtsvereine der Region bereicherten den Zug. Dabei wurde auch das Motiv der aktuellen Kampagne, „Der OKACLU in der Welt der Werbung“, visuell umgesetzt. Auf der Ehrentribüne am Rathaus kommentierte Präsident Sven Tietze humorvoll die einzelnen Wagen und Gruppen, unterstützt von Co-Moderator und Birkenauer Bürgermeister Helmut Morr. Auch die politische Prominenz der Region hatte sich dort eingefunden.
Traditionell kontrollierten die fahrende Badewanne mit Alexander Gärtner zusammen mit Claus Hintenlang auf seinem Mini-Motorrad die Zugstrecke und waren überall zu finden. Für schmissige Klänge am Zuganfang sorgte der Posaunenchor aus Wald-Michelbach. Mädchen und Buben der vierten Klasse der Grundschule waren als „Schulmilch-Kinder“ dabei. Die Flüchtlingsinitiative ließ es sich nicht nehmen, dabei zu sein. Unter dem Motto „Wir gehören auch dazu“ bereicherten sie als Römer den Zug.

Fahrender Bierkasten

Traditionell stark waren die Aschbacher Hussmouge „auf verwunschenen Wegen“ in Abtsteinach vertreten. Für Aufsehen sorgte einmal mehr der fahrende Bierkasten von Janis Schütz. Ergänzt wurden die „beweglichen Getränke“ in diesem Jahr von einem wandernden Bierkasten. Die Feuerwehrkapelle aus Beerfelden hatte auf einem Wagen Platz genommen und spielte stimmungsvolle Blasmusik. Die Besucher an der Zugstrecke ließen sich gerne ein, klatschten, schunkelten und tanzten kräftig mit.
Abtsteinacher Mütter und Kinder zog es „ab sofort in die Wildnis“. Line Dance vom Feinsten zeigten die Aktiven der FCO-Abteilung „Dancing Ravens“. Leckere, lebende „M+Ms“ forderten zum Naschen auf. Aktuelle Politik über dem Teich lieferte das Motiv für den Wagen „The Wall“ zwischen USA und Mexiko. Batman, Superman und Co. erwiesen sich als Stonischer Superhelden. Eine lustige Fußgruppe der HSG Siedelsbrunn/Wald-Michelbach hatte sich in „Schokoballer“ verwandelt. Die Konfetti-Kanone kündigte unüberhörbar den Höhepunkt des Umzuges an. Es folgten das OKACLU-Showballett und die Dreamgirls mit Motiven aus den Prunksitzungen. Die Hofkapelle des OKACLU, die KKM Ober-Abtsteinach, setzte den Höhepunkt des Zuges in strahlendes, musikalisches Licht. Flankiert von der Prinzengarde schlängelte sich das Prinzenschiff mit Peter IV. „Münzmeister von der Steinachquelle zum Peterschhof“ und seiner Prinzessin Carolin I. durch Abtsteinachs Straßen. Unmittelbar danach der Block mit der Hommage an die sieben erfolgreichen Prunksitzungen.
Der Prinzenrollen-Garde folgten die beiden Prunkwagen „Webefieber“ und „Tiger im Tank“, wobei die Tiger hier altbekannte Honoratioren des OKACLU waren, auch als „Knorzels“ unterwegs. Eine Fußgruppe mit „Jägermeister-Rehlein“ schloss sich an. Den Abschluss dieses zentralen Zugblocks bildeten die Montagswanderer unter dem Motto „Hühner-Thermomix“, der FCO als Meister Propper und leckere Sarotti-Schokoladen. Originell zeigen sich die osmanischen Metzger. Ein Wagen der besonderen Art mit dem Titel „The BOB“ erinnerte an eine großartige Nummer im Rahmen der Prunksitzungen 2017. Werbung und ihre Produkte – hier wurden sie einmal mehr auf die närrische Schippe genommen.
Mit Fußgruppe und Prunkwagen unter zum Thema „Aschenputtels Schloss“ hatten sich die „Fire-Girls“ der TG Jahn Trösel der Boa Narhalla angeschlossen. Ebenfalls mit Fußgruppe und Prunkwagen waren die Karnevalisten aus Affolterbach unter dem Motto „Filmfestival beim CCA“ unterwegs. Seit vielen Jahren sind die Protagonisten der Weinheimer Kolpingsfamilie, der CdP-Club der Pantoffelhelden, in Ober-Abtsteinach stark vertreten. Mit einem Prunkwagen und flotter Guggemusik sorgten sie für Aufsehen. Auf bunten Jahrmärkten bewegten sich die Narren der Karnevalsgemeinschaft Gras-Ellenbach.

„O du schöner Odenwald“

Im Rahmen der Boa Narhalla 2017 durfte das aktuelle Thema der Region natürlich nicht fehlen. „O du schöner Odenwald“ hieß der Beitrag der Bürgerinitiative Siedelsbrunn gegen die Windräder am Hardberg. Auf Quads und zu Fuß waren die „Quad-schköpfe“ Bergstraße zu bewundern. Die Birkenauer Narren vom BCV feiern in diesem Jahr ihr 4 x 11. Jubiläum. Im festlichen Prunkwagen ließ sich Laura I., „Princess oft he Dance“ chauffieren und grüßte dabei majestätisch die Narren an der Zugstrecke. Begleitet wurde sie von den BCV-Hexen, dem Komitee und den Aktiven der Prunksitzung. Wagen und Fußgruppe der Hornbächer Schloofmütze feierten eine Rock-Night in Stonisch.
Den traditionellen Schlusspunkt befreundeter Karnevalsvereine setzten die Narren der FKL Löhrbach mit Motivwagen und Fußgruppe unter ihrem diesjährigen Motto „After fire“. Der historische Wagen „Aschermittwoch-Kater“ beendete die Boa Narhalla 2017, die einmal mehr ebenso spektakulär wie unvergleichlich war.
Was sich danach auf den Straßen, in den Gasthäusern, auf der No-Limit-Party im Jugendheim oder im großen Fastnachtszelt des FCO auf dem Kerweplatz abspielte, ist nur schwer zu beschreiben. Kaum einer der teilweise von weit her angereisten Besucher verließ die Gemeinde sofort, alle stürzten sich in den Trubel schunkelnder Menschen.
TL und nk

Quelle www.wnoz.de