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2018 in den goldenen Zwanziger


Sven Bassauer ist der neue Prinzregent

Es ist ein ganz besonderes Jubiläum, das der OKACLU in dieser Fastnachtskampagne feiert: 6 x 11 – 66 Jahre Vereinsbestehen. Mittels großer Geburtstagsfeier eröffneten die Ober-Abtsteinacher Narren die fünfte Jahreszeit, wobei es im Festsaal spannend wurde. Mittels Scheinwerfer suchte der OKACLU unter den vielen Gästen das neue Prinzenpaar: Prinzessin ist Marielena I. aus dem närrischen Geschlecht derer von Funke. Mutter Sonja war einst selbst Prinzessin des OKACLU, Vater Peter ist Komiteemitglied und Vergnügungsminister des Vereins.
Der neue Prinzregent der Jubiläumskampagne ist Prinz Sven II., mit bürgerlichem Namen Sven Bassauer. Als OKACLU-Prinz trägt er den Beinamen „Landlord of the Walldorf-Astoria and King of Cotton-Club-Dancefloor“. Der Name weist auf den weltlichen Beruf des Prinzen, er ist Tanzlehrer, und das Motto der Kampagne „Der OKACLU in den Goldenen Zwanziger n“ hin, dessen närrische Reise auch ins berühmte Hotel „Walldorf Astoria führt. So eröffnete das neue Prinzenpaar auch den Tanz.
Die ganze Woche waren die Protagonisten des OKACLU zugange, um das Jugendheim mit viel Liebe zum Detail in einen ebenso bunten wie närrischen und dennoch geschichtsträchtigen Festsaal zu verwandeln. In der Mitte des Saals stand das berühmte Prinzenschiff der Boa Narhalla, das an diesem Abend als Weinbar diente. Unzählige Bilder und Collagen aus 66 Jahren Vereinsgeschichte, zusammengestellt von Monika Berbner, gewährten Einblicke in eine bewegte Zeit und weckten Erinnerungen. Unzählige Fahnen, Luftballons, Konfettisalven und Luftschlangen ergänzten die Szenerie an der sich das Auge kaum sattsehen konnte. Die Bilder und Collagen füllten zusätzlich ein Fotobuch, von Lena Berbner in mühevoller Arbeit zusammengestellt.

Zahlreiche Gratulanten

Der OKACLU feierte Geburtstag, nicht ohne berechtigt en Stolz, was der Verein in den 66 Jahren alles auf die Beine gestellt hat. So gaben sich alle ehemaligen Prinzenpaare ein Stelldichein, die „Old-School-Band“ sorgte für beste, authentische Musik, die Tanzfläche war bis in die frühen Morgenstunden voll besetzt.
Das Team vom „Gude Drobbe“ um Lady Ester und Prinz Stefan hatte die Partybewirtung übernommen. Nach dem Sektempfang und so mancher Wiedersehensfreude eröffnete Präsident Sven Tietze die Geburtstagsparty und begrüßte zahlreich e Ehrengäste und Wegbegleiter des Vereins. In seinem Rückblick erinnerte er auch an seine Vorgänger im Amt, den unvergessenen Heinz Frenz und den heutigen Ehrenpräsident Hanspeter Gärtner. „Der OKACLU hat in seiner Geschichte eine Entwicklung genommen, die Ihresgleichen sucht!“, betonte der Präsident. Ehrenkomiteemitglied Landrat a.D. Matthias Wilkes sei sehr stolz, Ehrenmitglied dieses großartigen Vereins zu sein, der den Menschen so viel Spaß und Freude schenke. Wilkes erinnerte an viele schöne Stunden beim OKACLU, besonders aber an die Fahrt nach Polen, wo der OKACLU auch dort mit seinem Bühnenprogramm die Menschen begeisterte. Auch Komiteemitglied Bürgermeister a.D. Rolf Reinhard gratulierte und unterstrich, er sei immer gerne beim OKACLU gewesen. „Der OKACLU ist unumstritten Trendstter wie man Fastnacht begeisternd präsentiert“, resümierte Reinhard.
„Vereine helfen Vereinen “ – in Abtsteinach nicht nur ein geflügeltes Wort, sondern Realität. So ließen es sich Michael Jöst vom FCO und Thomas Lammer von der KKM nicht nehmen, dem Jubelverein zu gratulieren. Das Schlusswort der Gratulanten blieb Abtsteinachs Bürgermeisterin Angelika Beckenbach vorbehalten, die als Geschenk ein Straßenschild dabei hatte, dass künftig die Straße oder das Haus in der 5. Jahreszeit zieren wird, in der der jeweilige OKACLU-Prinz wohnt.

Cotton-Club wird zum Epizentrum der Narretei

Schon im Foyer des Jugendheims in Ober-Abtsteinach sahen die Gäste, wohin in diesem Jahr die Reise des OKACLU führt. Der einst weltberühmte Cotton-Club in New York mit seiner bewegten Geschichte in den goldenen 20er Jahren öffnete in sieben Prunksitzungen über 2000 Besuchern seine närrischen Pforten. Die Bühne hatte sich in eine Bar mit Piano-Lounge, von nahezu 200 Scheinwerfern, Strahlern und Lichteffekten in Szene gesetzt, verwandelt. Hofmusikant Theo Kohl heizte schon vor Sitzungsbeginn die Stimmung im voll besetzten Saal ein.
Dabei ist die „Non-Stop-Show“ des OKACLU ein einmaliges Markenkennzeichen. Die einzelnen Programmpunkte folgen nahtlos aneinander, greifen teilweise ineinander, die Protagonisten betreten schon während des vorigen Programmpunktes die Bühne, integrieren sich und sorgen so für pausenfreie Übergänge. Zugaben und Raketen werden von Präsident und Moderator Sven Tietze geschickt integriert. So gelang es den Akteuren über vier Stunden lang, den Stimmungspegel oben zu halten – die Zeit verging wie im Flug.
Im Cotton-Club war ordentlich was los: Die Dancing-Girls begannen mit Dixieland-Sound, bestachen durch tolle Kostüme, gefolgt von acht Tänzerinnen und dem traditionellen Männerballett mit vielen ehemaligen Prinzen. Die Butler spielten ein Intermezzo und kündigten den Einzug des Prinzenpaares mit seinem närrischen Gefolge an. Viel umjubelt intonierten die Akteure das Eröffnungslied der Kampagne, „New York, New York“ dessen Text, wie die anderen Liedtexte auch, aus der Feder des Geschwisterpaars Catherine und Dr. Simon Becker stammen.

Comedy von Feinsten

Präsident Tietze, weltmännisch, schlagfertig und mit einer guten Portion Humor agierend, moderierte einmal mehr überaus kurzweilig. Mit stehenden Ovationen stellte er das Prinzenpaar der Kampagne vor: Prinzessin Marielena I. und Prinz Sven II., Landlord of the Walldorf-Astoria and King of Cotton-Club-Dancefloor. „Vergesst für Stunden eure Sorgen und seid närrisch bis zum Morgen!“, so der prinzliche Befehl in seinem Prolog. Shooting-Star Julius Hintenlang, wohl eines der größten und vielseitigsten Talente im OKACLU, bot Musik-Comedy von Feinsten. Er begann mit einem Medley mit Melodien der 90er Jahre, gestikulierte während des Spiels und immer reichten nur wenige Takte der Lieder, bis das Publikum lautstark mit einstimmte. Höhepunkt war der Werbesong für „Die Gummibärenbande“, bei der auch das Publikum lauthals mitsang.
Nahtlos kamen Mama Petra Berbner mit ihren Sohn Kai-Uwe auf die Bühne und erkundigten sich nach dem Stand des „Betreuten Wohnens“ in Abtsteinach. Mama hatte bereits die Umzugskoffer dabei. Es entwickelte sich eine Doppelbütt, die die Lachmuskeln strapazierte.
Eine Jubiläumsfahrt zum 6 x 11. Jubiläum des OKACLU mit der Draisine von Wald-Michelbach nach Mörlenbach stand bei der Gruppe „Schmink’n Go“ auf dem Programm. Seit Jahren haben die ehemaligen Prinzessinnen originelle Ideen im Programm. Ihr Rückblick auf die OKACLU-Chronik war gleichsam informativ wie witzig.
Die Dream Girls tanzten in diesem Jahr anmutig als „Mafia-Bräute“. Die ehemaligen Prinzessinnen gehören zu festen Sitzungsakteuren und überzeugten einmal mehr durch eine anmutige Choreografie und tolle Kostüme. Ebenfalls in diesem Jahr mit dabei waren OKACLU-Harmonists. Vier unterschiedliche Stimmen sangen technisch anspruchsvoll, tonsicher und harmonisch rein die Songs des Erfolgsensembles. „Ein Freund, ein guter Freund“ war die Zugabe zu einem fesselnden Auftritt.
In der letzten Szene vor der Pause war es Präsident Sven Tietze selbst, der die Narrenbühne und den Festsaal mit seinem Vortrag beben ließ. In einer Paraderolle als Karlfried Sembrowsky, der noch immer bei seiner Mama wohnt, glänzte er mit Gagtiraden. Ein unnachahmliches Zusammenspiel zwischen Wort, Witz, Ironie und Pantomime.

Auch Charlie Chaplin darf nicht fehlen

Eine närrische Posse mit historischem Kontext in drei Szenen, bei denen die Akteure ihre schauspielerischen, komödiantischen, tänzerischen und gesanglichen Fähigkeiten mitreißend demonstrierten, empfing die Besucher der OKACLU-Sitzung nach der Pause. Die verschiedenen Musical-Elemente waren mit viel Originalität, Witz und Humor auf das Komitee zugeschnitten. Die Szenen orientierten sich an der bewegten Chronik jenes Cotton-Clubs in New York.
Die Schlagzeilen eines Boulevardblattes, laut im Saal verlesen, kündigten jeweils die Szenen an. Es begann mit dem 13. Januar 1920, als der Club in seinen Anfängen noch „The Rose“ hieß. Allein die Prohibition sorgte dafür, dass der erhoffte Erfolg ausblieb, wenngleich Barkeeper, Band, anmutige Tänzerinnen und Spitzenköche alles dafür taten, das „schwächelnde Kind“ aufzupäppeln.
Szene zwei brachte die Mafia ins Spiel. Der gefürchtete Don Corleone kaufte „The Rose“ und machte eine Pizzeria daraus, in der sich fortan so manche zwielichtige Elemente einfanden und, wenn es dem Paten gefiel, kurzerhand umgelegt wurden. Man schreibt den 13. Januar 1924, als das Gangsterpaar Bonnie and Clyde mit „George“ eine Person aus dem Publikum im Jugendheim, die spontan in die Rolle schlüpfen musste, und den Bodyguards des Paten eine wilde, finale Schießerei provozierte. Die letzte Szene führt das Publikum zum 13. Januar 1928. Der berühmte Rockefeller hatte den Club übernommen und nannte ihn fortan Cotton-Club. Von da an ging es bergauf.
Auch der große Architekt Gatsby, alias Prinz Sven II., fand sich ein, suchte seine große Liebe Daisy (alias Prinzessin Marielena I.), Rockefellers Tochter. Beide fanden ihr Glück, Gatsby baute zum Dank das Rockefeller-Center. Nicht enden wollender Beifall des Publikums belohnte den Auftritt.

Comedy und Tanzakrobatik

Der anmutige Tanz der Prinzengarde war eine Hommage an den wohl größten Stummfilmstar aller Zeiten: Charly Chaplin. In den Beifall der Tanzshow stolperte Altmeister Michael Trenkwald. Er sei heute Gast im Jugendheim und suche verzweifelt seine schwarze Jacke. Die OKACLU-Ikone, in allen Genres der Narretei zuhause, strapazierte einmal mehr mit einer Stand-up-Comedy das Publikum.
Die ohnehin schon ausgelassene Stimmung erreichte ein noch höheres Level, als die Stonischer Originale, der Philipp und der Sepp, die Showbühne betraten. Nach einem bayerischen Stimmungslied intonierten sie unter Mitwirkung des Publikums „Halli, halli, galli“. Und bei ihrer Erkennungshymne erhoben sich alle und stimmten mit ein: „No, mer gehn net hoam!“
Tanzakrobatik vom Feinsten lieferte das „Trio Infernale“, Sebastian Trenkwald, Jörn Brabez und Julius Hintenlang. Von Rockparodien bis zur Schnulze „Aber dich, gibt’s nur einmal für mich“: Die drei interpretierten alle Songs auf ihre eigene Weise. Die Tanzeinlage am Ende wurde zur Akrobatik, die den Besuchern mitunter den Atem stocken ließ. Gerieten die drei Akteure doch teilweise in Schieflage.
Der Abschluss des Showprogramms blieb dem OKACLU-Showballett, das King Kong im Schlepptau hatte, vorbehalten. In einer faszinierenden Choreografie und Lichtshow zeigten die Tänzerinnen ihr Können. Beim Titel „Herzbeben“ von Helene Fischer rockten sie das ganze Jugendheim. Zum großen Finale bat Präsident Sven Tietze alle Akteure des Abends auf die Bühne.
Über 2000 begeisterte Besucher an sieben Sitzungen erfuhren einmal mehr „Stonischer Fastnacht, alles total verrückt – rings um uns her ein närrisches Meer!“

Schnee kann die Narren nicht aufhalten

Sie ist zweifellos ein Monopol des OKACLU, die Prinzeneinholung, eine Woche vor Fastnacht in Ober-Abtsteinach. Einer alten Vereinstradition folgend, wird der Narrenprinz der Kampagne mit viel Spektakel von seiner privaten Residenz abgeholt und zur Hofhaltung in die Burgschänke zu Hofritter Wolfgang geleitet. Dass die Verantwortlichen der Fastnachtshochburg daraus einen Höhepunkt der Kampagne machen und, dass sie noch nicht einmal das Schneetreiben aufhalten kann, versteht sich fast von selbst.
Früh am Morgen versammelte sich der närrische Hofstaat in den Gemächern des Prinzen Sven II. und erfuhr dort köstliche Labsal. Dort erwartete der „Landlord of the Walldorf-Astoria and King of Cotton-Club-Dancefloor“ das Eintreffen der Hofmusik, der Trachtenkapelle der KKM in närrischem Outfit. Zusammen mit Abtsteinachs Bürgermeisterin Angelika Beckenbach, dem Komitee, der Prinzengarde, lebenden Geburtstagstorten zum Jubiläum, Akteuren aus den Prunksitzungen und allerlei Fatzvögeln setzte sich die „Boa Narrhalla junior“, der Narrenzug als Vorbote des großen Umzuges am kommenden Sonntag in Bewegung.
Voran der Hofchronist Bernd vom Burghof mit seinem Adjutanten Dr. Claudius Disam, gefolgt von der Prinzengarde und dem OKACLU-Komitee in Uniform. Im Mittelpunkt stand Prinz Sven II., der standesgemäß und extravagant, hoch erhoben auf einem Gabelstapler seine närrischen Untertanen wohlwollend grüßte. An der Zugstrecke standen einige närrische Untertanen, die die lautstarken Helau-Rufe gerne erwiderten.
Der Narrentross wurde im Hause Funke, dem Elternhaus der Prinzessin, bereits erwartet, ein willkommener, feucht-fröhlicher Zwischenstopp. Auch vor dem Gasthaus „Goldener Bock“ hielt der Zug zur Wegstärkung inne. Nach Ankunft in der Burgschänke sorgte die Trachtenkapelle schnell für tolle Stimmung. Hofmarschall und Chronist Bernd vom Burghof, Dr. Bernd Disam, hieß die Narren aus nah und fern willkommen.

Ungarisches Blut

Höhepunkt des Tages war die Laudatio des Hofchronisten auf Prinz und Prinzessin. Zunächst standen die Rituale des Tages im Mittelpunkt. „Prinz Sven II. verordnet, diesen genannten Tag mit Prassen und Schlemmen zu verbringen!“, resümierte der Chronist. Es folgte eine Rückbesinnung auf die aktuelle Kampagne: die Jubiläumsfeier 6 x 11 Jahre OKACLU mit der Inthronisation des Prinzenpaares wie auch die sieben Prunksitzungen vor jeweils ausverkauftem Haus. Bernd vom Burghof erwähnte auch, dass Prinz Sven II bereits der 62. Prinzregent des OKACLU ist.
Im zweiten Teil seiner Laudatio, die von lautstarken Beifallsbekundungen, närrischen Zwischenrufen und zünftigen, närrischen Liedern der Hofkapelle KKM unterbrochen wurde, ging Bernd vom Burghof auf die „hohe Abstammung und vortrefflichen Eigenschaften des hochwohllöblichen Prinzen und seiner Prinzessin“ ein. Dabei recherchierte er, dass der Großvater des Prinzen aus Ungarn stamme, was das Heißblütige erkläre.
Prinz Sven II. ist gelernter Bankkaufmann und war, seinen Talenten Rechnung tragend, nach vielen Jahren Berufserfahrung zwei Jahre lang Tanzlehrer auf dem Luxusschiff Aida. Seine Prinzessin Marielena, anmutig, schön und klug, stammt aus dem berühmten Narrengeschlecht derer von Funke, deren Wurzeln in Sachsen zu finden sind. Der Vater der Prinzessin, Peter Funke, 1995 selbst Prinz des OKACLU, ist in Narrenkreisen auch als „Fastnachtsgott“ in aller Munde. Die Prinzessin selbst aber hat mustergültig die typische OKACLU-Karriere durchlaufen: Kinderprinzessin 1998, Prinzengarde, Show-Ballett und jetzt Regentin.
Der Chronist beendete seine viel umjubelte Laudatio mit der Aufforderung an alle Untertanen: „Beschoppet die Humpen!“

Besonderer Orden zum Jubiläum

Prinz Sven II. dankte dem Chronisten für die Laudatio und überreichte ihm den Prinzenorden der Kampagne 2018. Der Orden 2018 besticht durch Design und Exklusivität. Ein goldener Kranz trägt ein klassisches Ritterkreuz. Am Ende der Längsachse stechen zwei funkelnde Edelsteine ins Auge. Unter dem oberen ist der Schriftzug „OKACLU“ zu lesen, der untere weist auf das Jubiläumsjahr hin: „6 x 11 Jahre“. Um die prinzliche Narrenkappe im Zentrum ranken sich die Namen des Prinzenpaares: Sven II. und Marielena I.“
Danach bat er alle Akteure, Helfer und Honoratioren der Stonischer Fastnacht zur Ordensverleihung, durchgeführt von Dr. Bernd und Dr. Claudius Disam. Gerne überreichten sie auch der Bürgermeisterin der Gemeinde Abtsteinach, Angelika Beckenbach, einen Orden.
Dem OKACLU-Urgestein Stefan Arnold blieb es traditionell vorbehalten, die Rolle des prinzlichen Vorkosters zur Sicherheit des Regenten und seinem Hofstaat zu übernehmen. Sein „expertum est“ gab grünes Licht für das große Gelage, traditionell mit Kartoffelwurst, Salzgurken, Graubrot und kühlem Wein.
Am kommenden Sonntag, 11. Februar, steht der Höhepunkt der Kampagne auf dem Narrenkalender: die „Boa Narhalla“, der große närrische Lindwurm. Der Umzug, der Jahr für Jahr Tausende Besucher in die Fastnachtshochburg lockt, startet um 14.11 Uhr.

Tausende Besucher bei „Boa Narhalla“

Im Ausnahmezustand war gestern wieder Ober-Abtsteinach. Tausende Besucher wollten trotz des winterlichen Wettereinbruchs die „Boa Narhalla“ sehen. Während die Narren und Zugprotagonisten die Szenerie rockten, verwandelten schunkelnde, singende und tanzende Menschen am Straßenrand die Hardberggemeinde in ein einziges großes närrisches Meer. Die Zuschauer standen an manchen Stellen so dicht gedrängt, dass der Umzug nur langsam vorankam. 47 Zugnummern, Fußgruppen, Motivwagen und Musikkapellen bekamen sie zu sehen. Dabei wurde auch das Motiv der aktuellen Kampagne, „Der OKACLU in den Goldenen Zwanzigern“, visuell umgesetzt.
Auf den Ehrenplätzen stand der souveräne Moderator, Präsident Sven Tietze, der die Zugnummern mit viel Witz und Esprit stimmungsvoll kommentierte. Aber auch Abtsteinach Bürgermeisterin Angelika Beckenbach und Helmut Morr, Bürgermeister der Nachbargemeinde Birkenau, fanden, dort ihren Ehrenplatz, ebenso wie einige weitere Prominente der Region. Schon vor dem Eintreffen des närrischen Lindwurms waren die Besucher in bester Feierlaune, vielen hielten sich schon seit den Morgenstunden in Abtsteinach auf.
Den Kern des Umzugs bildeten die Motivwagen und Fußgruppen des OKACLU und der Ortsvereine. Die Gruppe „Schmink’n’Go“ kam als liebliche Sieben und erinnerte in einem Mützenwagen an das sechsmal elfjährige Jubiläum, das der Verein in diesem Jahr feiern kann. Der Motivwagen der „Knorzels“, besetzt mit Honoratioren wie Ehrenpäsident Hanspeter Gärtner und Vizepräsident Dr. Bernd Disam, ließ sich von einem Blockbuster der 20er-Jahre inspirieren: sie zähmten den Riesengorilla King Kong.

Närrische Spielkarten

Ein absoluter Blickfang war die Kostümwahl des OKACLU-Showballetts. Die jungen Damen bereicherten als „närrische Spielkarten“ die Boa Narhalla, ebenso die Knorzels mit ihrem Mississippi-Dampfer. Anlässlich des Jubiläums ließen die Rosenmontagswanderer die erste Garde des Vereins aufleben.
Für Aufsehen sorgte einmal mehr Janis Schütz, der mit seinem selbstgebauten fahrenden Bierkasten durch die Straßen bretterte. Doch war er nicht das einzige traditionelle Fahrzeug. Alexander Gärtner kontrollierte mit seiner fahrenden Badewanne den Zugverlauf und war überall zu finden. Unterstützt wurde er dabei von Claus Hintenlang mit seinem närrischen Mini-Motorrad. Viel Beifall bekamen auch die Kinder der vierten Klasse der Steinachtal-Grundschule für ihre Hommage an Charlie Chaplin.
Wie in jedem Jahr konnte der OKACLU viele Gäste aus der Region zum Umzug willkommen heißen. So waren die Freunde des Karnevals aus Löhrbach ebenso vertreten wie die Karnevalsgemeinschaft Gras-Ellenbach oder die Hornbacher Schloofmitze, eine große Abordnung hatten auch die Aschbacher Hussmouge mitgebracht. Die BI Gegenwind Siedelsbrunn war als Odenwälder Staatsschutz mit dabei. Beim BCV aus Birkenau jubelte Prinzessin Caroline I. aus einem Prunkwagen den Menschen zu.
Die „QUADschköppe“ Bergstraße um Jochen Kolb erregten mit ihren Quads Aufsehen. Der CCA aus Affolterbach begab sich auf närrische Safari-Tour. „Korrupt in den 20ern“ war die HSG Siedelsbrunn/Wald-Michelbach unterwegs.
Der letzte Zugblock brachte den Höhepunkt des närrischen Geschehens. Angeführt von der Hofkapelle, der KKM Ober-Abtsteinach, folgte die schmucke Prinzengarde. Die zwei Urgesteine Stefan Arnold und Bernd Oberle besetzten den historischen Kanonenwagen und kündigten mit lauten Konfetti-Böllern den Prinzregenten an: Ihre Lieblichkeit Prinzessin Marielena II. und Prinz Sven II., „Landlord of the Walldorf-Astoria and King of Cotton-Club-Dancefloor“ im Prinzenschiff.
Die folgenden Gruppen und Wagen brachten Szenen aus dem weltberühmten Cotton-Club, den der OKACLU schon in den Mittelpunkt seiner Prunksitzungen gestellt hatte. Das Finale der fünf Zugkapellen zelebrierte die Guggemusik der Weinheimer Pantoffelhelden. Auch sie brachten einen Prunkwagen mit, auf dem das Komitee Platz genommen hatte. Den traditionellen Abschluss des Zuges 2018 blieb dem Aschermittwochskater vorbehalten.
Danach wurde noch nach Herzenslust auf den Straßen, in den Gasthäusern, auf den vielen Feten, in der Fastnachtsscheune oder im großen Fastnachtszelt in der Ortsmitte gefeiert. Kaum einer der teilweise von weit angereisten Besucher verließ die Szenerie sofort. Alle stürzten sich in den Trubel singender, fröhlicher und schunkelnder Menschen.
TL

Quelle www.wnoz.de