2026 Der OKACLU auf Hawaii
Der närrische Thron wird neu besetztDie Stimmung vor dem „Gude Drobbe“ in Abtsteinach ist aufgeregt und in fröhlicher Erwartung. Ein Komiteemitglied nach dem anderen trifft ein und wird mit einem kräftigen, dreifachen „Helau“ begrüßt. Alle sind sie gekleidet in die typisch gelben Anzugjacken und die bunten Kappen auf dem Kopf. Für den Ober- Abtsteinacher Karnevalclub (OKACLU) beginnt mit dem 11.11. wieder die spannendste Zeit im Jahr. Pünktlich um 20.11 Uhr wird der Präsident des Vereins, Claudius Disam, der Öffentlichkeit und dem Komitee das neue Prinzenpaar für die Faschingskampagne 2025/2026 vorstellen. Ein Auftakt, der in Abtsteinach gelebt und zelebriert wird.Doch bevor der neue Prinz und seine Prinzessin den närrischen Thron besteigen, wird das scheidende Prinzenpaar in den Räumlichkeiten des „Gude Drobbe“ gebührend verabschiedet. „Es war eine tolle Kampagne und hat uns allen sehr viel Spaß gemacht. Doch auch die schönste Zeit geht irgendwann zu Ende“, findet Disam dankende Worte für Prinzessin Lea die Erste und Prinz Dominik den Ersten vom Schützenhof zur Hardbergquelle. „Ihr seid jetzt noch 20 Minuten unser Prinzenpaar“, verkündet der Präsident mit einem Blick auf die voranschreitenden Uhrzeiger. Entscheidung im GeheimenSpekulationen über die neuen Hoheiten gibt es einige. Immer wieder fallen Namen und werden ausführlich untereinander diskutiert. Nur Claudius Disam und Ehrensenator Bernd Disam hüllen sich in Schweigen. Sie wissen bereits, wer den OKACLU in der bevorstehenden Kampagne repräsentieren wird. Im Geheimen wurde die Entscheidung getroffen und bis zum Tag der Verkündung unter Verschluss gehalten. „Wir sollten jetzt runtergehen, das neue Paar wird bald eintreffen“, beendet Claudius Disam die Spekulationen und gibt das Startsignal zum Höhepunkt des Abends. Wie es Tradition ist, versammeln sich das Komitee, die Prinzengarde und alle Besucher entlang der angrenzenden Straße. Das Prinzenpaar könnte hier ankommen. „Vielleicht sind sie aber auch schon längst unter euch“, heizt Disam die aufgeregte Stimmung an und spielt damit auf die vergangene Enthüllung des scheidenden Prinzenpaares an.Eine Reise nach HawaiiHawaiianische Trommelklänge eilen dem schwarzen Jeep voraus, der zwei voll maskierte und in Schwarz gekleidete Gestalten vor der Wirtschaft absetzt. Die Musik schwillt an, und plötzlich ist es still. „Darf ich euch vorstellen: Prinzessin Nadine die Erste und Prinz Dennis der Erste, Big Kahuna und Aloha-Regent des Shaka-Thrones von der Steinachbucht.“ Der OKACLU hat wieder ein neues Prinzenpaar, und dieses wird unter dem Motto „Hawaii“ die neue Kampagne anführen. Eine feierliche Übergabe der königlichen Insignien schließt die Inthronisation. Und wie geht es den Entthronten? „Es fühlt sich schon komisch an ohne Kappe auf dem Kopf“, berichtet der ehemalige Prinz Dominik. „Seine“ Prinzenkappe ziert jetzt das Haupt eines anderen. „Es war ein superschönes Jahr, wir hatten eine lange Kampagne und konnten viele andere Karnevalssitzungen besuchen.“ Auch Prinzessin Lea wird wehmütig bei dem Gedanken an das Ende der Prinzenzeit: „Jetzt gerade ist es schon ein komisches Gefühl, aber es ist eine einmalige, unvergessliche Zeit, und die Erinnerungen werden mir mein ganzes Leben bleiben“, freut sie sich. Gute Wünsche und Tipps für die neuen Oberhäupter der Kampagne gibt es auch. „Sich nicht zu viele Gedanken machen und die Zeit genießen. Bei Fragen immer kommen und nachfragen. Wir helfen, wo wir können“, versprechen Dominik und Lea.„Total überwältigt“Auch Bürgermeister und Komiteemitglied Sven Bassauer ist an diesem besonderen Abend vor Ort. „Ich wünsche dem neuen Paar eine närrische Kampagne, eine unglaubliche Zeit und viele tolle Momente und Sitzungen.“ Das neue Adelspaar des Vereins verarbeitet noch die Emotionen: „Das ist alles total überwältigend und aufregend“, berichtet der frischgebackene Prinz Dennis und kämpft mit seinem seidenen Königsmantel. Kaum zu glauben, aber der Regent war vorher noch nie bei der Prinzenpaarverkündung dabei. „So wusste ich überhaupt nicht, was auf uns zukommt“, erzählt er mit einem Lachen. Prinzessin Nadine und Prinz Dennis werden also die neue Kampagne anführen, und die Abtsteinacher sind bereit für die närrischste Zeit im Jahr. |
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Wo der Prinz zum „Big Kahuna“ wirdVon dem deutschen Winter mit Eis und Schnee war im Ober-Abtsteinacher Jugendheim an den vergangenen drei Wochenenden wenig zu spüren. Stattdessen ging es mit dem OKACLU bei insgesamt sieben blitzschnell ausverkauften Prunksitzungen mit Tiki-Bar, Strandatmosphäre und Blütenketten ab auf die Insel Hawaii.Nur passend, dass sich gleich zu Anfang des Abends Urlauber im Hawaii-Hemd und Bermuda-Shorts, athletische Surfer, Rettungsschwimmerinnen in roter Kluft und sogar Tiki-Krieger auf der Bühne einfanden, um den bunten Abend zu eröffnen und das amtierende Prinzenpaar zu begrüßen. Prinz Dennis I. „Big Kahuna und Aloha-Regent des Shaka-Throns von der Steinachbucht“ und seine Lieblichkeit Nadine I. präsentierten sich dabei nicht im royalen, sondern im passend legeren Dress. Was folgte, war ein knapp vierstündiges Programm rund um den „Aloha State“ mit reichlich Sommerflair und Urlaubsstimmung. Präsident Claudius Disam, der wie üblich charmant durch die Sitzung führte, wurde in diesem Jahr von Sebastian Trenkwald unterstützt, mit dem er sich immer wieder einen Schlagabtausch lieferte. Über die Tücken des UrlaubsDabei, sich mal so richtig locker zu machen, half die Lachtherapie bei den Büttenreden. Nicht wegzudenken ist dabei der OKACLU-Lehrer Sascha Bassauer, der dem Publikum von den Eskapaden aus dem Schulalltag berichtete. Zum Beispiel von einem Ausflug auf den Flugplatz „praxisnaher Unterricht“, wie es der Pädagoge nannte mit ungeahnten Konsequenzen. Oder vom Gespräch mit den Eltern, die das Quadrat bei Tetris drehen würden. Oder von der Kollegin, die sich einen neuen Freund geangelt hat und wissen will, ab wann eine Beziehung ernst ist. Doch auch privat hat er es nicht leicht, denn ein Besuch beim Schwager, der mit einer anschließenden Nachbesprechung im Auto einhergeht, kann selbst für die eigene Beziehung zur Zerreißprobe werden. Dass Schüler Tom Beckenbach dann mit der Gitarre ankommt, um ein Lied anzustimmen, hat ihm gerade noch gefehlt.Ebenfalls auf die Insel gefunden hatte Hausmeister Tobias Kohl, der im vergangenen Jahr sein Debüt feierte. Der war allerdings diesmal ebenfalls im Urlaub wo ihn der Beruf doch nicht so ganz losließ. Denn im Paradies traf er auf Berufskollegen Alexander Kohl. Was als Fachsimpelei über das geeignete Arbeitsgerät und die beste Technik beginnt, entwickelt sich zum Streitgespräch über die richtige Qualifikation, und geht schließlich zum Thema „Ehefrau“ über. Während der eine diese nämlich mit auf die Trauminsel nehmen musste, ist der andere als „Austauschhausmeister“ dort eben ganz allein. Nach hinten los ging dagegen die Kreuzfahrt der Stoanischer Dorfratschen Catherine Becker, Kathrin Lammer und Theresa Disam. Denn beim Ausruf „Mann über Bord“ war eine einfach hinterhergesprungen es könnte ja der Traummann sein. Doch auch in einer Beziehung laufe nicht immer alles glatt: Das Polizeirollenspiel mit Verhaftung wegen „Gut im Bett“ sei aufgrund eines „Mangels an Beweisen“ eingestellt worden und statt des erträumten Diamantschmucks gab es zu allem Überfluss ein Traumdeutungsbuch. Bei allen Sticheleien die eine hat einen Notfallcocktail in der Tasche und die Nächste sei „intellektuell auf Diät“ und habe einen Korb von ihrem eigenen Echo bekommen und bissigen Kommentaren gegen die Herren der Schöpfung bemerken sie: Sie sind nicht allein. Animationsteam Sascha Bassauer und Justine Hintenlang alias Honolulu-Holger und Waikiki-Kiki tauchen auf und sorgen für Tanzstimmung. Musik trifft ComedyKann Kleidung ein Instrument sein? Maximilian und Julius Hintenlang würden diese Frage mit „Ja“ beantworten. Dank cleverer Technik waren sie mit bunten Knöpfen, die entlang des Bauchs und der Beine verteilt waren, ausgestattet; jeder davon auf einen Ton programmiert. Und so spielten die beiden ein Medley erschiedenster Partyhits, bei dem es das Publikum nicht auf den Bänken hielt und es laut mitsang.Ihr Debüt feierte das Trio „Two and a Half Odenwälder“. Mit gekonnt aneinander geschnittenen Musikschnipseln präsentierten Felix Trenkwald, David Gölz und Christoph Sperker einen perfekt durchchoreographierten, musikalischen Sketch, wobei die Songtexte die Geschichte erzählten. Gölz schmiss sich dafür blitzschnell in eine blonde Perücke und ein weißes Minikleid über und verdrehte den beiden Herren den Kopf, die dann um das Herz der Schönen kämpften die aber sichtlich einen Favoriten hatte. Nach ihrer energetischen Techno Tanzeinlage am Ende forderte das Publikum eine lautstarke Zugabe. Energiegeladene TänzeAn diese knüpften die Tanzgruppen an. Die „Dream Girls“ verwandelten sich in feuerrote Paradiesvögel, die ihre Federfächer zu traditionell anmutenden und modernen Party-Rhythmen schwangen. Die mit Hibiskusblüten geschmückte Garde begeisterte das Publikum mit ihren akrobatischen Kunststücken: von Hebefiguren über Sprünge bis hin zu Überschlägen und Würfen und Ballett-Einlagen oder einem Schwimmen in der Luft.Fast genauso sportlich nahm es das Showballett: Die Tänzerinnen verbanden den „Iron Man“-Triathlon mit einem Queen-Medley und der ikonisch gelben Schnallenjacke und rockten zu den bekannten Melodien wobei Tobias Kohl als Sportler auf einem Fahrrad zwischen ihnen herumradelte und es schließlich auch über die Ziellinie schaffte. „No Limit“ ließ sich von dem Disney-Film „Vaiana“ inspirieren und schipperte mit dunkler Mähne, Blumenkrone und Bastrock mit einem waschechten Boot über die Bühne inklusive eines Auftritts von Faschingsprinz Dennis als tattoobedeckter Halbgott Maui. Abenteuer auf der InselDieses Kostüm kam auch bei dem Sketch nach der Pause zum Einsatz, der traditionell dem Prinzenpaar vorbehalten ist. Die böse Zauberin Ursula oder auch „garstig Ursel“, wie sie Erzähler Sebastian Trenkwald nannte hatte von der Prinzessin Lilo eine magische Blume gestohlen. Gemeinsam machten sich ihr Prinz und sein blauer Begleiter Stitch auf, sie zurückzuholen. Der Weg führte sie dabei über die Abenteuerinsel voll tänzelnder Aufblasdinosaurier, die Partymeile inklusive Schlagerduo mit Dauerwelle und Schnauzer bis hin zur Insel der Außenseiter, auf der sich die schrägsten Figuren der Popkultur zusammengefunden hatten mit Erfolg. Sie besiegten die an den Film „Arielle“ angelehnte Seehexe und holten die Blume zurück.Es war schon nach Mitternacht, als sich alle Aktiven für das große Finale noch einmal auf der Bühne versammelten, um sich vom begeisterten Publikum gebührend feiern zu lassen. Dabei ließen es sich die OKACLU-Urgesteine Philipp und Sepp, die sich im vergangenen Jahr in den Ruhestand verabschiedet hatten, nicht nehmen, zum Abschluss noch ein gemeinsames Lied anzustimmen. Ganz im Sinne der After-Show- Party: Wir gehen nicht heim. |
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Noch einmal nach HawaiiIn Siedelsbrunn rollte ein Hauch von Hawaii vor die Haustür von Dennis Schäfer. Surfbrett auf dem Dach, üppiger Blumenschmuck am Kühler, eine Ukulele griffbereit: Das Aloha-Mobil war gekommen, um ihn als Prinz Dennis I. noch einmal tief in die diesjährige Hawaii-Kampagne des Ober-Abtsteinacher Karnevalsclubs (OKACLU) eintauchen zu lassen. Da staunte der Regent nicht schlecht. Dabei war dies erst der Auftakt einer Prinzeneinholung, die zwar offiziell „nur“ vom Heimatdomizil ins Jugendheim führte, sich unterwegs aber einen umjubelten Umweg gönnte und sich dabei alle Freiheiten nahm, die eine ordentliche Fastnachtskampagne verlangt.„Gaben aus Küche und Keller“Der Reihe nach: Als der OKACLU am Sonntagmorgen zum Abmarsch rief, blieb kein Platz im Reisebus frei. Mit Kapelle, Hofstaat, Garde und närrischer Gefolgschaft setzte sich der Tross Richtung Siedelsbrunn in Bewegung. Pauken und Trompeten kündigten an, dass hier kein gewöhnlicher Besuch bevorstand.Und Prinz Dennis I. revanchierte sich standesgemäß: mit den „besten Gaben aus Küche und Keller“, wie Hofmarschall Bernd vom Burghof alias Dr. Bernd Disam später schmunzelnd berichten sollte.warteten bereits Zuschauer, die den Zug später mit lautstarken Helau- Rufen empfingen. Die Häuser in „Steinacha superior“ zeigten sich festlich geschmückt, Girlanden in den Farben des OKACLU spannten sich über Balkone und Fassaden. Am „Goldenen Bock“ legte der Zug eine kurze „Verschnaufpause“ ein. Und als hätte sie es so geplant, blinzelte zwischendurch sogar die Sonne durch die Wolken. Prinz Dennis I. zeigte sich hochzufrieden mit dem Verlauf der Kampagne. „Überragend“, sagte er im Gespräch mit der Redaktion. Vor allem das Hawaii-Motto habe alle mitgenommen, stellte er fest: „Jeder war euphorisch dabei. Alle haben gelacht, getanzt und gestrahlt.“ Dann ergänzte er noch: „Ich würde alles genauso wieder machen.“ Gegen Mittag verlagerte sich das närrische Geschehen ins Jugendheim, das von den Karnevalisten kurzerhand zum „Lustschloss“ erklärt wurde. Reich an AnekdotenAls im Ofen die Kartoffelwurst gemächlich vor sich hin brutzelte, schlug die Stunde des Hofmarschalls: Dr. Bernd Disam hielt seine Laudatio humorvoll, pointiert, mit lateinischen Einsprengseln versehen. Und reich an Anekdoten aus der Regentschaft des Prinzenpaares. Er erinnerte an die feierliche Bekanntgabe des OKACLU-Hochadels, der zur „großen Feier ohne Maß und Ziel“ geriet. „Das Volk war entzückt, ja geradezu verzückt“, so Disam. Auch ein kleines Malheur ließ er nicht aus eine unfreiwillige Schiffstaufe der Prinzessin, die Nadine I. mit Würde und Gelassenheit annahm. Der Kampagnenstart am 11. November endete für das Paar schließlich „unter fremdem Dach, aber mit närrischem Segen“.Siebenmal ausverkauftMit Genugtuung blickte der Hofmarschall auf sieben ausverkaufte Sitzungen unter dem Motto „OKACLU auf Hawaii“ zurück, auf eine grandiose Eröffnungsshow, programmatische Höhepunkte und einen krönenden Abschluss. All das, verkündete Disam, gehöre „als ruhmreiches Kapitel in die Annalen des Hofes zu Ehren des Prinzenpaares und zur Freude aller Fastnachter“. Deren Persönlichkeit würdigte der Hofmarschall ausführlich. Prinz Dennis I. habe unglaubliche fußballerische Fähigkeiten: „Wenn unser Prinz läuft, bebt der Platz.“ Ebenso wie seine technische Finesse als „Paparazzo von Steinacha“, der den Livestream der OKACLU-Sitzungen inzwischen zur Perfektion gebracht hat und damit in der diesjährigen Übertragung bis zu 2.000 Zuschauer erreichte. „So vereint unser Prinz das Beste aus zwei Welten: den bodenständigen Odenwälder und den welterfahrenen Reisenden“, sagte Disam und zählte dessen Aufenthalte in Australien, England und natürlich Hawaii auf. Dann war die Prinzessin an der Reihe. Aus einem einstigen „Narrenflirt“ sei eine königliche Verbindung geworden. Keine „stille Hofdame“ stehe an der Seite des Prinzen, sondern eine tatkräftige, moderne und fröhliche Prinzessin Nadine I. Kurz: ein „Regentenpaar, das die Kampagne mit ebensfreude und närrischem Herz“ prägt. |
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Quelle www.wnoz.de von Ann-Kathrin Greinert, Melanie Kummer, Bettina Arndt |
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